DIE SIEBEN MASKEN DES TEUFELS oder BIN ICH ICH?

Unvorstellbare Methoden

Ich wollte das Buch in einem durchlesen, schaffte das aber nicht. Manche Passagen sind so heftig und herausfordernd, dass man dem Gehirn einfach etwas Pause gönnen muss, um das Gelesene zu verarbeiten und schließlich die nächste Handlung aufzunehmen.
Geschildert werden unter anderem Methoden, die während des Regimes in der DDR einzig und allein dazu dienten, Menschen zu brechen um sie zu biegsamen und gefügigen GenossInnnen und Marionetten zu machen. Die angewandten psychischen und physischen Grausamkeiten (Kastration, Sterilisation, perverseste sexuelle Folter-auch an Kindern und Jugendlichen) scheinen so absurd und unvorstellbar, dass diese Verbrechen selbst fast 30 Jahre nach dem Mauerfall noch immer nicht aufgearbeitet sind.
Den Schritt der Erzählerin, derart offen, ehrlich und unverblümt die damaligen Verhältnisse zu schildern, kann man nur als äußerst mutig bezeichnen und es gilt zu wünschen, dass sie dadurch zu inneren Frieden kommt.
Das Buch wird mich wohl noch sehr lange gedanklich beschäftigen.

Hans Steidl Wien, den 17.01.2017.

Der Trailer zum Buch