Leute gibt`s, die gibt es gar nicht (Satire)

Menschen und Leute

Ehhhh! Ich sag`s Euch!
Leute gibt`s, die gibt es garnicht.
Ihr werdet jetzt bestimmt auch denken, dass ich sehr merkwürdige Nachbarn habe. Erst Herr Kubitsch und jetzt Agathe Wimmerzahn?
Ich gebe euch unbedingt recht.
Also. Heute morgen begegnete mir Frau Agathe Wimmerzahn (ich muss mich immer zusammenreißen wegen des Namens, hahaha) im Hausflur.
Sehr dunkel gekleidet, mit schwarzem Kopftuch und immenser Leidensmiene. Ganz behutsam fragte ich, ob es einen Trauerfall in der Familie gegeben hätte. „Nein, noch nicht, Frau Hummel. Aber bald. Mein Mann liegt im Sterben. Er hatte einen sehr schweren Herzanfall, von dem er sich nicht erholen wird – sagen die Ärzte“. Ich versuchte sie ein bißchen zu trösten und dann ging Jede seines Wegs.
Zwei Tage später. Beim Frühstück schaue ich immer aus dem Küchenfenster.
Und erstarrte. Wen sehe ich da?
Herrn Wimmerzahn nebst seiner Agathe beim Frühsport!!! Ich dacht mich knutsch ein Elch!
Wenn der Mann im Sterben liegt, heiße ich ab morgen Donald Duck. Ich sah Agathe Wimmerzahn zur Haustür joggen und ich raste mit einem Affenzahn zu meiner Wohnungstür.
Unterwegs schnappte ich mir noch mit viel Gepolter Eimer und Wischmop, damit das Ganze etwas harmloser aussah und nicht gleich meine weibliche Neugier verriet.

Weibliche Neugierde

*Neugier – meine Name ist Weib* . Agathe tänzelte die Treppe hoch und ich fragte sie ganz scheinheilig, ob ich Halluzinationen hätte oder ob das, unten im Hof, ihr sterbenskranker Gatterich gewesen wäre.
Hätte ich mir das bloß verkniffen! Ich bekam eine Litanei zu hören, über unfähige Ärzte im Allgemeinen und boshafte Oberärzte im Besonderen! Nach ein paar Minuten schaltete ich auf Durchzug und stieß den Wischeimer *aus Versehen* um.
Etwa eine Woche später spazierte Gunhilde Wimmerzahn, die Tochter, mit einem dicken Verband um Finger und Handgelenk durchs Haus und erzählte Jedem, ob er es hören wollte oder nicht, dass sie sich in der Fleischerei, wo sie lernt, den halben Finger abgeschnitten hätte.
Ich verdrehte die Augen und flüchtete. Später erfuhr ich, dass es nur ein ganz, ganz kleines Stückchen von der Fingerkuppe gewesen ist.
Oh Mann! Lauter Hypochonder, aufmerksamkeitssyndrombehaftete Weiber und unbelehrbare Machos im Haus.
Ich glaube, dass ich mir ne neue Wohnung suchen sollte.

Eure etwas *genervte* Eva Siebenherz